Suchanfragen mit einem lokalen Bezug steigen bereits seit Jahren stark an. Die Covid-19-Pandemie hat diese Entwicklung noch weiter beschleunigt. Ob es darum geht, Geschäfte in unmittelbarer Nähe zu finden oder sich über aktuelle Öffnungszeiten und Geschäftsbedingungen zu informieren, der User möchte Ergebnisse sehen, die seinem Standort Rechnung tragen und damit für seine Suche besonders hilfreich und relevant sind.

Eine hohe Sichtbarkeit bei solchen lokalen Suchanfragen ist besonders für Unternehmen mit physischen Verkaufs- oder Konsumationsorten (z.B. Gastronomie, Einzelhandel, Fitnessstudios) ein wichtiges Marketinginstrument. Eine gute Local-Marketing-Strategie kann zu einer höheren Besucherfrequenz beitragen und auch das Erreichen von Branding-Zielen unterstützen, wie etwa das Aufzeigen der lokalen Verwurzelung des Unternehmens. Aber auch online-orientierte Unternehmen profitieren von lokalem Marketing durch verbesserte Sichtbarkeit im Netz.

In diesem Teil der Growth-Marketing-Blogserie stellen wir Ihnen SEO und SEA Massnahmen mit einem hohen positiven Impact auf das lokale Google-Rating vor.

Welche SEO-Massnahmen kann ich für Lokales Marketing einsetzen?

1. NAP: Das Fundament des Lokalen Marketings

Die Abkürzung NAP steht für Name, Adresse und Telefonnummer (Englisch: Phone Number). So trivial es scheint, sind diese Informationen die Grundlage für lokale Relevanz bei Online-Suchen. Dementsprechend sollten diese Angaben über alle digitalen Touchpoints sauber gepflegt sein. Erfolgsentscheidend ist es dabei, überall dieselbe, genormte Schreibweise zu verwenden. Ein Beispiel:

Variante A (besser)

Westhive AG
Hardturmstrasse 161
8005 Zurich
Telefon: +41 43 444 68 00

Variante B

Westhive Coworking Ecosystem
Hardturmstr. 161
8005 Zurich
Telefon: 043 444 68 00

Die beiden Varianten einer NAP Angabe sind zwar sehr ähnlich, werden aber von der Suchmaschine als zwei verschiedene behandelt. Falls Sie sich gerade zwischen verschiedenen Schreibweisen entscheiden, würde ich Ihnen empfehlen die DIN 5008-Richtlinien zu berücksichtigen.

2. Brancheneinträge in den Suchmaschinen

Google My Business, Bing Places for Business, Yelp, Facebook… all diese Plattformen sind dazu da, sogenannte Brancheneinträge für die jeweilige Suchmaschine respektive das jeweilige Soziale Netzwerk anzulegen. Die Wichtigkeit solcher Einträge für die Sichtbarkeit eines Business sollte nicht unterschätzt werden.

Mit dem einmaligen Erfassen solcher Einträge ist es allerdings noch nicht getan. Unternehmen sollten ihren Eintrag auf Google My Business kontinuierlich pflegen und die Informationen aktuell halten. Da gerade während der Corona Pandemie die Situation praktisch jeden Unternehmens sehr volatil wurde, hat Google My Business speziell für corona-relevante Änderungen einen neuen Bereich hinzugefügt. In diesem Bereich können Unternehmer ihre Kunden direkt über die aktuellen Bestimmungen, veränderte Öffnungszeiten oder laufende Aktionen informieren. Durch sorgfältiges Pflegen solcher aktuellen Informationen lassen sich unangenehme Situationen wie verpasste Kundenanfragen oder überraschend verschlossene Türen leicht vermeiden.

Bild: Google Maps Screenshot für die Keywords „Coworking Zürich“

3. Kundenbewertungen

Ob Sternchenbewertungen, Schulnotensysteme oder ausführliche Testberichte, wir orientieren uns als Konsumenten stark an der Meinung anderer Konsumenten. In der Psychologie nennt man diesen Mechanismus «Social Proof», und seine Bedeutung sollte keinesfalls unterschätzt werden. Umfragen zeigen zum Beispiel, dass mehr als 80% der Verbraucher gezielt nach negativen Bewertungen Ausschau halten und ein Angebot mit einer Bewertung von weniger als 4/5 Punkten oder Sternchen bereits nicht mehr in Betracht ziehen (trustpulse).  Unabhängig davon, ob die Rezensionen Ihrer Kunden positiv oder negativ sind, sollten Sie als Unternehmer darauf reagieren und dabei möglichst professionell agieren. Damit zeigen Sie Ihren Kunden, dass Sie ihre Meinung schätzen und sich um das Wohlbefinden Ihrer Kunden kümmern.

4. Mobile Optimierung

Das Smartphone ist unser treuster Begleiter und damit immer griffbereit. Da ist es naheliegend, dass der Grossteil von Suchanfragen mit lokalem Bezug am Smartphone stattfinden. Für ein gutes Suchmaschinen Ranking bei solchen Suchen ist es darum zusätzlich wichtig, eine Website zu haben, die auf dem Smartphone gut funktioniert.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einer langen Warteschlange an der Kasse in einem Lebensmittelladen. Sie nehmen Ihr Handy aus der Jackentasche und vertreiben sich die Zeit mit den neuesten Posts Ihrer Freunde auf Instagram. Ein interessantes Produkt sticht Ihnen ins Auge und sie wollen mehr darüber wissen. Sie öffnen Ihren Browser und beginnen, online nach mehr Informationen zu suchen. Google wird bei dieser Suche bestimmte Webseiten bevorzugen, da diese einfach am Screen Ihres Smartphones zu navigieren sind und das Surf-Erlebnis dadurch deutlich verbessert wird. Man spricht dabei von der „mobile-friendliness“ der Webseite. Webseiten ohne responsives (sprich: für das jeweilige Endgerät optimiertes) Design riskieren negative Auswirkungen auf Ihr Suchmaschinen-Rating sowie Frust der Webseitenbesucher.

Die Schwierigkeit dabei ist, dass die Bildschirmgrösse der mobilen Geräte im Vergleich zu Laptops oder Desktops geradezu winzig ist. Responsive Webdesign ist die Lösung für benutzerfreundliches Abbilden von Inhalten auf einer Webseite. Durch das Ausrichten der Webseite an gewisse UX-Anforderungen kann dem Nutzer eine konsistente Erfahrung geboten werden.

Ein paar grundlegende Prinzipien der Mobile-Friendliness:

  1. Die Webseite sollte für jeden Webbrowser zugänglich und benutzerfreundlich sein.
  2. Der Text sollte leicht lesbar und die Navigation auf allen Geräten intuitiv und verständlich sein.
  3. Die Seite sollte möglichst kurze Ladezeiten haben.Hier ist ein sparsamer Umgang mit Bildern und Videos empfehlenswert.

Für weitere Tipps möchte ich Ihnen den Mobile Guide von Bernadette Coleman ans Herz legen. Diesen können Sie unter diesem Link herunterladen.

Falls Sie unsicher sind, ob Ihre Webseite die Anforderungen für mobile Geräte erfüllt, gibt Ihnen der Google Mobile-Friendly Test darüber eine Aussage. Ein weiteres nützliches Tool dafür ist der Bulk Mobile Friendly Test, welcher Aufschluss darüber gibt, ob auch die Unterseiten der Webseite mobile-optimiert sind.

Bild: Google Mobile-Friendly Test Screenshot für Westhive AG

Welche SEA-Massnahmen kann ich für Lokales Marketing einsetzen?

1. Google Ads Extensions

Wenn Sie Werbeanzeigen auf Google schalten, können Sie Ihre Ads ebenfalls mit lokalen Marketing Features ausstatten. Google bietet hierfür verschiedene «Extensions». So können Sie Ihren Anzeigen die Telefonnummer sowie die Geschäftsadresse hinzufügen, sodass Kunden noch schneller mit Ihnen in Kontakt treten können. Ebenfalls erhöhen solche Ad Extensions die CTR (Click-Through-Rate) und somit auch die Conversion-Rate. (Google Ads Support)

Bild: Standorterweiterungen für Google-Sucheingabe „Restaurant Zürich“

Exklusiv für Einzelhandelsketten und Auto-Händler gibt es noch eine weitere Extension: die Erweiterung der Suchanzeigen mit sogenannten Affiliates, also Partnern, welche Ihre Produkte verkaufen. Damit können Sie den Verkauf Ihrer Produkte kanalunabhängig begünstigen. (Google Ads Support) Darüber hinaus sorgen diese lokalen Erweiterung dafür, dass Ihr Unternehmen auch dann gefunden wird, wenn die Suche direkt über Google Maps stattfindet. (Google Ads Support)

2. Geotargeting

Geotargeting bedeutet, das geographische Gebiet für das Ausspielen der Ads so einzugrenzen, dass nur Personen in einem bestimmten Umkreis vom definierten Standort die Ads sehen können. Der definierte Standort kann beispielsweise der Unternehmenssitz sein oder ein Gebiet, eine Stadt oder ein Land, in dem sich die Zielgruppe des beworbenen Produkts befindet. Mithilfe einer solchen geografischen Ausrichtung können Sie Streuverluste vermeiden und Ihre Zielgruppen effizienter erreichen. (Google Ads Support)

3. Last but not least: Keywords

Auch bei Local Marketing spielen Keywords eine wichtige Rolle. Hier geht es darum, allfällige regionale Ausdrücke zu verwenden und auf lokal relevante Keywords zu setzen, wie unter anderem auch lokal existierende Konkurrenzunternehmen.

Fazit

Die in diesem Beitrag aufgezählten Massnahmen werden Ihnen dabei helfen, Ihre Sichtbarkeit bei Suchen mit lokalem Bezug zu steigern und Ihr Unternehmen in Ihrem geografisch relevanten Umfeld zu etablieren. Nebst diesen Massnahmen für Ihre Webseite ist ergänzend ein guter Social Media Auftritt mit einem Schwerpunkt auf lokal relevanten Content sehr empfehlenswert. Damit schaffen Sie für Ihre lokale Zielgruppe ein konsistentes Kundenerlebnis und stellen sicher, dass sie bei lokalen Suchen die Nase vorne haben.

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